Nachbesserungen ...

Liebes Tagebuch,

 

ich bin froh, dass wir den Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung in der Gemeinderatssitzung vom 19.5.2016 alles fragen konnten, was uns bezüglich der "Kultivierung Speckhöfe" beschäftigt.

 

Es wurde von uns berichtet, dass es Schwierigkeiten auf der "Kultivierung Speckhöfe" gibt. Das Wasser versickert schlecht, die Auffangbecken fürs Oberflächenwasser gehen über, die Dammkronen sind schon bei mittleren Regenfällen überschwemmt, es gibt Bachbetten auf der neuen Kultivierung. Es rinnt immer, wenn es mittelmäßig regnet, und nicht nur im 100-jährigen Notfall. 

 

Ich habe mich immer gefragt, wieso passiert das alles ? Lange stand bei mir die schlechte Versickerungsfähigkeit des Wassers wegen des zu hoch geschütteten, maximal verdichteten Aushubmaterials im Verdacht.

 

Hier beruhigte uns der Experte der Wildbach- und Lawinenverbauung. Kleinlebewesen, Mikroorganismen und die Durchwurzelung werden es nach einer bestimmten Zeit richten. Die benötigte Grobporigkeit des Erdreichs wird durch sie hergestellt. Nicht gleich, aber über die Zeit. Hier braucht es einfach ein bisschen Geduld. Und die Höhe des aufgebrachten Materials spielt überhaupt keine Rolle. Auf den Oberbau kommt es an.

 

Es gibt mit Datum 22.10.2012 eine klare, schriftliche Definition wie die Dämme und die Auffangbecken auszusehen haben. Definiert genau von dem Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung, der uns jetzt besucht hat. Und die Werte dieser genauen Definition konnten wir in der Gemeinderatssitzung mit ihm großteils besprechen.

 

Das sind die Daten: 5 Wasserauffangbecken mit den Flächen 267,84m2, 366,99m2, 404,29m2, 415,34m2 und 289,98m2. Maximale Stautiefen von bis zu 1,1m (inklusive 15cm Freibord für Feingeschiebe). Gesamtvolumen der Auffangbecken 959m3. Versickerungswert 0,4 über die gesamten "Kultivierung". Nach diesen Werten sollten die Schutzmaßnahmen errichtet sein.

 

Und dann hat der Experte gesagt, dass jetzt möglicherweise an den Dämmen nachgebessert wird, und dass die Möglichkeit besteht, dass die Volumina und die Tiefen der Becken der Situation angepasst werden müssen und einiges adaptiert wird. Und im Westen der "Kultivierung" soll es bald auch einen Damm geben. 

 

Uns wurde mitgeteilt, dass es am Ende der Korrekturmaßnahmen eine Abnahme geben wird, eine "Kollaudierung" der "Kultivierung Speckhöfe" seitens der Behörde. Auf die warten wir. Das beruhigt uns Bürger von Gnadenwald. Und wenn die behördliche Überprüfung korrekt abgeschlossen ist, dann müsste alles so gebaut sein, wie es ursprünglich geplant war. Durch die Kollaudierung übernimmt die Behörde für die plangemäße Ausführung der Schutzmaßnahmen die alleinige Verantwortung. Und alle sollten dann in Sicherheit unterhalb der "Kultivierung Speckhöfe" leben können. 

 

Die Frage, warum das alles nicht von Anfang an so gebaut wurde, wurde an diesem Abend nicht gestellt.

 

Im Verfahren am Landesverwaltungsgericht auf "bescheidgemäße Wiederherstellung" wird entschieden, ob das zu viel aufgebrachte Material, das ja als Abfall gilt, liegenbleiben darf oder nicht. Auf eine Entscheidung in dem Verfahren müssen wir noch warten.

 

Für den Fall, dass alles offiziell liegenbleiben darf, haben wir dann nicht eine völlig neue Situation ? Das Gelände ist steiler, das Wasser rinnt schneller die Kultivierung hinunter und kann noch schlechter versickern. Müssten dann die Becken und Dämme nicht noch größer werden als sie für die bescheidgemäße Situation geplant waren ? Muss dann nicht alles von vorne bis hinten neu berechnet werden ?

 

Wir haben erfahren, dass bis zu einer Entscheidung im Verfahren am Landesverwaltungsgericht logischerweise nichts passieren wird. Vorallem keine Entscheidung ob, wann und wie die Verbauung bzw. Sanierung unserer beiden Wildbäche Hasenbach und Schrammbach in Angriff genommen wird.

 

Hier müssen wir uns in Gnadenwald einfach noch gedulden.

 

Aber vielleicht dauert es ja nicht ganz so lang, bis es wieder weiter in die richtige Richtung geht.

Hoffentlich.